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So oder ähnlich könnte das Motto klingen, mit dem sich manche Geschäftsbank der Bereitstellung von Dispositionskrediten (auch "Dispokredit" oder nur kurz "Dispo"). Dieser Kredit, der eigentlich kein klassischer Kredit, sondern eher ein Überziehungsrahmen für das Girokonto ist, hat es nämlich in sich: er ist komfortabel und diskret zu nutzen, sehr flexibel UND/ABER sehr TEUER. Teilweise genehmigen sich Banken Überziehungszinsen von bis zu 15% und in Extremfällen sogar noch mehr für die Bereitstellung von einem Dispositionskredit. Wobei - korrekterweise muss man sagen: Die Bereitstellung als solche kostet zwar an sich nichts, wohl aber die Inanspruchnahme des Dispos durch den Kunden. Und die erfolgt in Deutschland relativ häufig, wenn man Statistiken glauben darf.
Die meisten Geschäftsbanken räumen einen Dispositionsrahmen auf dem Girokonto standardmäßig automatisch ein, wenn das Girokonto als Gehaltskonto geführt wird, d.h. die Bank erkennen kann, dass hier regelmäßige, relativ stabile Einnahmen / Kapitalzuflüsse verbucht werden. In diesem Fall erhält der Kontoinhaber in den meisten Fällen ca. das 3-fache seines monatlichen Geldeingangs als zusätzlichen Verfügungsrahmen bereitgestellt, den er nach Belieben nutzen kann. Erhält Herr Müller also bspw. monatlich 2000 EUR Nettogehalt auf sein Konto überwiesen, dann richtet die normale Bank ihm meist ohne großes Verhandeln einen Dispositions-/Verfügungsrahmen in Höhe von 6000 EUR ein. Das heißt: Ist das Konto an sich leer, können immer noch Verfügungen bis zu einer Höhe von -6.000 EUR erfolgen, sei es durch Überweisungen, Geldabhebungen, Einsatz von EC-Karte und/oder Kreditkarte.
Ebenso wie die zusätzliche Kreditlinie nach einmaliger Bereitstellung durch die Bank vom Kontoinhaber flexibel in Anspruch genommen werden, ebenso flexibel können die Rückzahlungen der per Kontoüberziehung erhaltenen Gelder erfolgen. Auf einem Gehaltskonto führt z.B. ein Gehaltseingang oder eine Dividenden-Gutschrift von Aktien oder einem Fonds aus einem Depot bei der gleichen Bank zur sofortigen Verrechnung mit der ausstehenden Disposchuld. Will heißen: Hat Herr Müller gegen Monatsende das Konto um -1.000 EUR überzogen und erhält er dann am nächsten Monatsanfang seine 2.000 EUR Gehalt auf das Konto überwiesen, dreht der Kontosaldo sofort vom Soll in Richtung 1.000 EUR Haben, ohne dass sich Herr Müller groß darum kümmern muss.
Problematisch wird es nur, wenn Verbraucher dauerhaft mit überzogenem Konto leben. Dies passiert, wenn der monatliche Überschuss, der nach Abzug aller standardmäßig laufenden Ausgaben vom Gehalt übrig bleibt, zu gering ist, um einen einmal in Anspruch genommenen (eventuell sogar voll ausgeschöpften) Dispo-Kredit wieder auszugleichen. Wer 3.000 EUR im Dispo hängt, monatlich aber nur 50 EUR Liquidität übrig hat, der wird nach Zahlung der Zinsen niemals in der Lage sein, noch tatsächlich in absehbarer Zeit die (Rest-)Schuld zu tilgen. Bei manchen Verbrauchern werden die Disposchulden sogar von Quartal zu Quartal höher, weil statt Tilgung nicht einmal die Zinsen gezahlt werden können. Und wenn durch aufgelaufene Zinsen der gewährte Dispokredit-Rahmen dann sogar überschritten wird, dann wird es richtig teuer. Viele Banken langen hier bei den Zinsen, wenn sie die Überziehung des Überziehungskredits überhaupt dulden, noch einmal so richtig zu.
Die beste Lösung aus dem Dispo-Schlamassel ist meist eine Umschuldung des Dispositionskredits. Hier wird das Dispodarlehen durch einen neue aufgenommenen Ratenkredit abgelöst, d.h. das Girokonto saldiert erst einmal wieder positiv im Haben. Anschließend wird der Ratenkredit nach festen Regeln getilgt. Das befreit den Schuldner zwar nicht von seinen Verbindlichkeiten - der Vorteil ist aber, dass die Zinsen für normale, klassische Ratenkredit teilweise weniger als die Hälfte der Dispozinsen betragen. Und außerdem zwingend die festen Raten zu finanzieller Disziplin - denn gerade das Fehlen einer solchen ist ein häufiger Grund, warum Menschen dauerhaft im teuren Dispo leben.
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